Wir bauen uns einen Motor ans Gehirn
Kapitel 3: Vom Wir zum Ich – Die Hochgeschwindigkeit der Einsamkeit Wenn ich an die ersten Jahre der Digitalisierung zurückdenke, sehe ich keine glatten Glasflächen, sondern graue Kästen und dicke Kabel. Aber ich sehe vor allem Gesichter. Wenn damals im Büro der Cursor blinkte und nichts mehr ging, war das kein individuelles Scheitern, sondern ein Gemeinschaftsprojekt. Man stand zusammen am Schreibtisch, rätselte über Fehlermeldungen und tauschte Disketten wie wertvolle Sammlerstücke. Es gab dieses ungeschriebene „Wir“ der Pioniere. Wir waren die Ersten, die die Nullen und Einsen bändigten, und das schweißte zusammen. Heute, im Jahr 2026, ist diese Technik unsichtbar geworden. Sie steckt in Uhren, Brillen und in der Cloud. Alles ist unfassbar schnell, hocheffizient und absolut reibungslos. Doch mit der Geschwindigkeit ist etwas verloren gegangen: das gemeinsame Innehalten. Die Effizienz-Falle Der Mikrochip hat die Welt nicht nur kleiner gemacht, er hat sie beschleunigt. Wo mein Dozent...