Dienstag, 23. Mai 2017

Montag, 15. Mai 2017

Nach der Wahl ist vor der Wahl ...


Danke wollte ich mal persönlich sagen ...

Nun ist es amtlich! DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen hat es nicht geschafft in das Parlament einzuziehen. Wir liegen um verfickte 0,1% daneben und damit haben wir das Ziel verfehlt. Es hätte uns eine Hand voll Menschen gereicht. Immer wieder die quälende Frage: Wie werden wir mehr? Aber nein: Es sollte dieses mal wohl nicht sein! Wahlkampf, so nah habe ich ihn noch nie erlebt. Ich war ein Teil davon. Ich war an der vordersten Linie.


Was habe ich alles erleben dürfen!


  • Gelegentlich Häme, wenn ich mal alleine am Wahlkampfstand war und auf meine Leute wartete. Einige sind am arbeiten und haben daher nicht so viel Zeit. Doch in der Freizeit, die sie hatten, waren sie bei mir.
  • Viel Not und Leid geklagt bekommen, was wohl das Privileg eines LINKE-Politikers ist. Gleichzeitig aber auch mit der Hoffnung durch mich endlich einmal ein Gehör im Parlament zu finden. An diese Personen möchte ich die folgenden Worte wenden: Ich bleibe auch weiterhin standhaft! Gewissenhaft kämpfe ich gegen den Unmut, gegen die in mir aufsteigende Wut, gegen dieses menschenunwürdige System. Weiterhin und immer wieder.
  • Sehr interessante Gespräche, in denen ich Menschen überzeugen konnte, dass die LINKE die Partei für sie ist. Oft waren es enttäuschte SPD-Anhänger, die sich mit Sozialismus auskennen, diesen aber in der SPD nicht mehr wiederfinden können. Agenda 2010 und die Folgen unserer Gesellschaft haben die SPD ins Gegenteil zu einer neoliberalen Bonzen-Klicke verändert und letztlich unsere Gesellschaft zu tief gespalten.
  • Krückstock wedelnde Schimpfe, das DIE LINKE verboten gehört. Näheres war dann auch nicht mehr zu erfahren vom Krückstock. Es war wohl ein Ur-Christ im tiefsten Sauerland, wo ein Harz IV-Empfänger noch öffentlich als Idiot tituliert wird und ich mir denke, je höher die Berge desto dünner die Luft zum atmen. Die Armut hat das Sauerland zum Glück noch nicht so tief getroffen, wie den Ruhrpott. Doch sie wird unaufhaltsam in die Berge hinein ziehen. Die Anfänge sind zu sehen und als Idiot beschimpft zu werden verdienen die Verlierer unserer Gesellschaft nicht!
  • Zusammenhalt, wo immer es ging. Ich war auch in den hintersten Winkeln meines Wahlbezirks 122 (Hemer, Menden, Balve, Neuenrade, Plettenberg) nie alleine und traf auf Interesse an meiner politischen Überzeugung.
  • Freude, über Menschen wie mich. Weil wir uns einsetzen für ein soziales Miteinander.
  • Unberechtigte Enttäuschung, von Menschen welche in der DDR groß wurden und mich stellvertretend für einen Mauerschützen hielten. Diese Menschen haben Leid erlebt und, wie ich meine, sind sie noch von diesem DDR-System so dermaßen traumatisiert, dass sie den Unterschied zwischen einer Planwirtschaft und einem ordo-liberalen System nicht unterscheiden wollen. Ein Westkind weiß natürlich, was Sozialismus innerhalb eines kapitalistischen Systems tatsächlich ist: Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerrechten in solidarischer Gemeinschaft. Nicht jedoch die "Weltherrschaft" und ein "Mauerbau" und schon gar nicht "sich selbst der nächste zu sein", was diese neuen Bundesbürger vielleicht dann doch fälschlicherweise als das einzig wahre verstehen?
  • Viel Unverständnis, was denn nun Politik überhaupt ist und wie unser System, in dem wir Leben, funktioniert. Erschreckend eigentlich, wie oberflächlich die Menschen die Möglichkeiten einer Demokratie verstehen. Sich selber einsetzten oder gar Einfluss nehmen scheint für viele unverständlich. Viele fühlen sich von vornherein ausgegrenzt. Sie wissen, dass die Politik über ihr Leben bestimmt. Den Zusammenhang aber, dass sie selber über die Politik bestimmen, scheint nicht anzukommen.
  • Fachliche Inkompetenz von meinen politischem Gegenüber. Viele leere Versprechen, nur einfach um "ihre Stimmenmehrheit" zu erhalten. Es kann mir doch niemand wirklich erzählen, dass die Gewählten nun auch umsetzen was sie da versprochen haben. Mehr Polizei und damit weniger Kriminalität ... welch ein Trugschluss.
  • Viele Namen an den Briefkästen, in denen ich Zeitschriften und meine persönliche Karte steckte, Straße um Straße, Stadtteil um Stadtteil.
Das sind nur ein paar Highlights, die ich in gut fünf Wochen Wahlkampf erleben durfte und die ich mir einfach mal von der Seele schreiben möchte.


Zu meiner Überraschung!

Ich dachte immer, wenn ich mich mit meinem Knick im Lebenslauf als Kandidat für den Landtag aufstellen lasse und in das Land ziehe, um mit den Menschen zu diskutieren, zu reden, zu überzeugen, dann würde ich vielleicht auch eine Schellte als "gescheiterte Persönlichkeit" ernten. Falsch gedacht! Was ich erlebt habe ist sehr viel Zuspruch, grade mit einem verknickten Lebenslauf. 
Sehr viele Menschen sind Schicksalsgenossen. Sie erlebten auch die tiefsten Tiefen. Meine Scham, die eigene Existenz verloren zu haben, teilen bereits so viele Menschen ... hätten sie mich alle mal gewählt, ich wäre tatsächlich als Abgeordneter in den Landtag eingezogen. Doch leider muss ich hier auch schreiben, dass viele Menschen sich selber gegenüber feige sind zu dem zu stehen, was sie eigentlich am liebsten wollen: Ein soziales Miteinander. Vielleicht haben wir alle schon zu oft gehört, dass es uns immer noch zu gut geht. Das schlimme ist, wir glauben es größtenteils! Und, wenn wir alle einmal ehrlich zu uns wären und auf unseren Bauch hören würden, dann wüssten wir, das dem nicht so ist. Und dennoch, wir machen weiter wie bisher, weil ändern wird sich sowieso nichts. Der Glaube an die Obrigkeit ... er ist doch nur ein Traum, ein Albtraum den wir zulassen, weil wir es nicht ändern wollen. Denn wer will, der ändert auch. So denke ich zumindest und vielleicht habe ich das auch so einigen Menschen vermitteln können. Auch wenn ich alleine nichts ändern kann. Aber viele gaben mir zumindest ihre Stimme. Vielleicht der Hoffnung willen? Vielleicht aus Empathie? 

Überraschend jedenfalls ist für mich, dass ich in der Öffentlichkeit ein Bild von mir abgegeben habe, welches dafür gesorgt hat, dass ich als Person mehr Stimmen erhalten habe, als meine Partei an Zweitstimme. Also liege ich nicht so verkehrt und ich werde dann auch mal so bleiben wie ich bin. Ob ich persönlich jemals einen Nutzen aus dieser Bekanntheit ziehen werde? Ich weiß es nicht und es ist für mich nur von untergeordneter Bedeutung. Viele Möglichkeiten einen Beruf auszuüben habe ich nicht. Aber die Politik, so die einschlägige Meinung vieler meiner Bekannten, liegt mir. Ich werde also weiter machen, damit ich etwas zu tun habe und vielleicht doch einmal genügend Menschen überzeugen kann, das der sozialistische Gedanke in die politische Landschaft als Gegenstimme hinein gehört. Stellt euch doch mal vor, es gäbe DIE LINKE nicht? Wer würde denn dann noch das Maul aufmachen? Was käme denn noch, außer der Idiot zu sein?

Nun muss ich erst einmal ausruhen und auftanken. Ich bin geschlaucht von dieser lang anhaltenden politischen Arbeit. Ich schalte mal einen Gang runter, lege mich in die Badewanne und lese "Die unendliche Geschichte" zu ende, erhole mich und räume mein Leben etwas auf. Und ich freue mich, ein neues Mitglied in unserem Stadtverband begrüßen zu können.

Und dann, in ein paar Tagen ...


Bundestagswahlkampf!



... ihr hört von mir

euer Chris



PS.: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Ich habe noch mehr davon. ;)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Presse-Erklärung

Die Koalition der SPD mit den Grünen in NRW hat nach allen aktuellen Umfragen derzeit keine Aussicht mehr auf eine Mehrheit im nordrhein-westfälischen Landtag. 


Trotzdem erklärt nun die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, dass eine Koalition mit der LINKEN nach der Landtagswahl am kommenden Sonntag ausgeschlossen ist. »Mit mir als Ministerpräsidentin wird es keine Regierung mit Beteiligung der Linken geben«, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im Sender WDR 5. Mit dieser Erklärung macht Frau Kraft klar, das sie auch zukünftig eine Politik des Sozialabbaus und Reichtumsvermehrung betreiben will.

Soziale Politik ist notwendiger denn je

Ob bei der Schul- oder Umweltpolitik, bei der Kita-Betreuung oder Gesundheitspolitik befindet sich NRW am Ende der Vergleichsskala. In NRW ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht. Unsichere Arbeitsplätze, wie Zeitverträge und Minijobs, Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg in Hartz IV sind der Nährboden für Rechtspopulismus und Hass. Armut und soziale Ungerechtigkeit sind keine Naturgesetz. Wir müssen sie überwinden. Eine andere sozial gerechtere, zukunftsweisende Politik ist dringend notwendig.

Falsche Wahlversprechen

Wieder einmal zeigt sich eine SPD, die im Wahlkampf zwar gern links blinkt, aber dann doch wieder scharf rechts abzubiegen gedenkt. Jede Wählerin und jeder Wähler am kommenden Sonntag, der SPD wählen will, muss wissen, dass er damit für eine Große Koaltion auch in NRW seine Stimme gibt. Mit einer solchen Regierung ist soziale Gerechtigkeit nicht wieder herzustellen.

Christoph Diederich

DIE LINKE. Märkischer Kreis II

Dienstag, 9. Mai 2017

Interview bei Radio MK

Hier klicken, um auf die Seite mit dem Interview zu gelangen.

Antwort auf eine Frage über Abgeordnetenwatch.de

Hier mal eine Frage über das Portal abgeordnetenwatch, welche ich auch gerne beantwortet habe:
"Ich habe Fragen zu Ihren Aussagen im Iserlohner Kreisanzeiger vom 08. Mai 2017. Dort schreiben Sie, dass Standards gesenkt werden müssen. Was für Standards sind gemeint? Umwelt-Standards wie Grenzwerte zu Stickstoff oder Neonicitinoide? Sozial-Standards zu Leiharbeit oder Mindestlohn? Steuer-Standards, damit Unternehmen entlastet werden und die steuerliche Last noch mehr vom so genannten kleinen Mann geschultert werden muss? Wie auch immer…diese gesenkten Standards sollen bessere Chancen im Wettbewerb bringen. Ist es nicht so, dass Standards einen Wettbewerb nach unten verhindern? Wir befinden uns bereits jetzt in einem gnadenlosen Wettbewerb. Der reguläre Arbeitnehmer gegenüber dem Leiharbeiter (der ja billiger ist). Deutsche Löhne und Sozialstandards gegenüber Löhnen und Sozialstandards in Rumänien, Fernost oder Afrika (was werden die Menschen dort ausgebeutet!). Wir können doch nicht Wettbewerb und Arbeitsplätze immer als Argument hernehmen. Standards müssen nicht gesenkt, sondern einheitlich sein.

Samstag, 22. April 2017

Interview mit dem IKZ


Ein komisches Gefühl für mich, von jemand anderem beschrieben zu werden. Durch den Blick eines alten Hasen, eines Journalisten, welcher schon so manch eine Geschichte veröffentlicht hat. Dennoch, ich bin zufrieden mit der Berichterstattung. Im großen und ganzen stellt es mich dar, nur halt durch andere Augen. Kampfgeist? Ja! Denn schließlich möchte ich noch etwas bewegen im Leben. Lebensfreude? Ja! Aber nur mit meinen Mitmenschen. Besonders durch die zwischenmenschlichen Beziehungen schöpfe ich immer wieder Kraft.


Hier Klicken für das Video-Interview!